SOEREN
Carmen

SENGA VIDU KINDERHAUS

2 monatiges Praktikum

Auf dem Foto zu sehen ist Carmen, eine junge Fotografin aus Bielefeld, war 2009 das 1. Mal in Indien.

Sie hat auch Ihren Bruder mit ihrer Begeisterung für unsere Projekte angesteckt, so dass Sören Ende September ebenfalls für 2 1/2 Monate nach Indien gefahren ist.


Hier könnt Ihr einen kleinen Erfahrungsbericht von ihm lesen:

 

Ende September 2009 war ich (Sören, 19 Jahre) für 2,5 Monate im Enga Veedu Kinderhaus in Puducherry um ein medienpädagogisches Praktikum – angeleitet vom interkulturellen Verein ConAct e.V. aus Detmold –  zu absolvieren. Es war meine erste außereuropäische Reise und somit habe ich mich wahnsinnig auf diese Herausforderung und die damit verbundenen Erfahrung gefreut.

 

Zusammen mit meiner Schwester Carmen, die schon bereits das Jahr zuvor mit dem Vereinsvorstand in Indien war, waren wir im Enga Veedu um mit den Kindern vor Ort zu arbeiten.

Unsere Aufgaben und unseren Arbeitsalltag konnten wir, in Abstimmung mit dem Verein und den Mitarbeitern Vorort, frei gestalten. Wir haben selbst Workshops und Themen für die Zusammenarbeit mit den Kindern im Kinderhaus entwickelt.

 

Die erste Zeit in Indien, im Kinderhaus in Puducherry war sehr eindrücklich. Es brauchte eine gewisse Zeit bis ich mich an das neue Land und die sehr unterschiedliche Kultur gewöhnt hatte. Indien habe ich in der ersten Zeit als lautes, heißes und schwüles, buntes, geruchsintensives, volles Land, mit  vielen (!)  tollen Menschen, wahnsinnig leckerem Essen, interessanter Religionsvielfalt und einerseits schöner aber auch verschmutzter Natur wahrgenommen.

Im Kinderhaus wurden wir direkt super gut aufgenommen, die Kids waren super interessiert an uns und wollten direkt alles genau wissen, auch wenn es mit dem Englisch erst noch etwas schwierig war. Generell war die Kommunikation noch nicht all zu einfach, da auch die Heimleiter nur ein sehr brüchiges Englisch gesprochen haben.

Wir tauchten schnell in den Alltag im Enga Veedu ein, wurden morgens von den Kindern geweckt, danach ging es direkt zur Puja (dem morgendlichen Gebet), danach gab es das gemeinsame Frühstück und danach haben wir die Kinder zur Schule begleitet, die nur 10 Minuten zu Fuß entfernt war. Die meisten Kinder waren bis 4 Uhr nachmittags in der Schule, sodass wir den Vormittag für uns und die Planung der Abendgestaltung hatten. Ein paar der jüngeren Kids sind schon etwas eher zurück gekommen, sodass wir uns um die kleinen gekümmert haben, bei den Hausaufgaben geholfen haben oder grundlegende Kenntnisse versucht haben zu vermitteln. Da auch lernbehinderte Kinder im Enga Veedu gelebt haben, haben wir uns um diese intensiver gekümmert.

Nachdem wir uns in den ersten zwei Wochen eingelebt haben, die Kinder vollstens ins Herz geschloss hatten, konnten wir mit unseren Workshops starten. Wir teilten die Kids in gut durchmischte Gruppen ein, die Lions, die Hearts, die Monkeys und die Elephants. Mit jeder Gruppe haben wir uns nach der Schule am Abend auf der Terrasse getroffen um verschiedene kreative Arbeiten zu entwickeln. Als ersten haben wir von den Gruppen Einzelportraits erstellt, diese ausdrucken lassen und zusammen mit den Kids Gruppenplakate gestaltet, und sie erstmal an kreatives gestalten und malen herangeführt. Generell ist uns aufgefallen dass es wohl keinen Kunstunterricht in der Schule gibt, da die Kreativität der Kinder für das Alter teils sehr unausgeprägt war. Also besorgten wir Malfarben, Kleber, Glitzer, Bastelutensilien, Pappe und legten los. Dabei kamen sehr bunte schöne Gruppenplakate raus, die wir im Essens- und Aufenthaltssaal aufhängten.

Neben kleinen sportlichen Spielen, folgte danach der T-Shirt Druck Workshop. Wir besorgen für jedes Kind ein T-Shirt in der Wunschfarbe und bedruckten diese mit dem Gruppenwappen und jeder konnte seinen Namen in seiner eigenen Vorstellung dort drauf verewigen.

Zwischendurch organisierten wir auch Strandausflüge mit allen Kids, da dieser nur 5 Gehminuten vom Kinderhaus entfernt war. Dort gingen wir gemeinsam schwimmen, aßen Eis und haben das freie Wochenende ausgenutzt.

Generell war die Verteilung von Freizeit, Zeit mit den Betreuern des Kinderhauses, und der Arbeit mit den Kindern sehr angenehm. Wir waren vormittags oft in der 15 Minuten mit dem Bus entfernten Stadt Puducherry um sich dort umzugucken, shoppen zu gehen, auswärts zu essen oder einzukaufen. Puducherry ist für Indienneueinsteiger sehr angenehm, da die Stadt nicht so groß und dreckig ist wie normale Indische Städte. Neben der Stadt gab es noch Auroville, ein Gebiet wo sich viele ausländische spirituelle Menschen seit vielen Jahrzehnten niedergelassen haben um eine eigene, selbstversorgende Stadt aufzubauen.

Nach ein paar Wochen war auch bei uns der Alltag eingekehrt, die Kids hatten sich an uns gewöhnt und wir haben uns total wohlgefühlt.

Als dann noch der Vorstand aus Deutschland angereist war, mit dem wir auch schon gut befreundet waren, wurde die Zeit noch intensiver. Wir besuchten die anderen Projekte von ConAct e.V., reisten rum und bekamen so noch mehr Eindrücke von Indien und der Arbeit des Vereins.

 

Insgesamt war es eine wahnsinnig intensive tolle Erfahrung im Enga Veedu, gerade die familiäre Aufnahme der Betreuer und Kinder im Kinderhaus. Es fühlte sich immer wie eine große Familie an in die wir aufgenommen wurden und in die wir unsere Beiträge einbringen konnten. Der Besuch aus Deutschland war dann ebenfalls nochmal sehr interessant. Nach der Zeit konnten wir uns schwer vorstellen wieder ins kalte, cleane, durchorganisierte Deutschland zurück zu gehen, die Kids verlassen zu müssen und all die Connections nun für eine gewissen Zeit zu kappen.

Mir hat die Zeit im Enga Veedu vieles gezeigt und mich persönlich sehr voran getrieben.

Das alles hat mich so geprägt und mir gezeigt wie man auch in einem kleinen Verein viele Einzelschicksale verändern und verbessern kann, dass ich mich seit der Zeit in 2009 für den Verein als Vorstandsmitglied engagieren und versuche regelmäßig "unsere" Kids und die Projekte in Indien zu besuchen.

 

Bei Fragen zu einem Praktikum bei ConAct e.V. könnt ihr mir gerne direkt schreiben: soeren.wolf@gmail.com

PRAKTIKUM

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